Naturschutzgebiet Surselva

Uaul Scatlè - Fichtenurwald, Brigels

Beschreibung

Steigt man von Brigels dem Flem entlang, knapp eine Stunde Richtung Val Frisal hinauf, kommt man am Fichtenwald vorbei. Das steile Waldstück links vom Weg sieht auf den ersten Blick wie ein normaler subalpiner Wald aus. Bei genauerem Hinsehen fallen die vielen toten Bäume und die offensichtlich unterlassene Pflege auf.

„Scatlè“ bedeutet soviel wie „eingeschachtelt“, und der Fichtenwald ist wirklich von steilen Felsbändern, Blocktrümmerfeldern und Lawinenzügen eingeschachtelt. Weil er dazu noch recht abgelegen ist, wurde nie Holz geschlagen. Untersuchungen haben ergeben, dass es auch weder Waldweidung noch Köhlerei gegeben hatte. Die früher im Sommer zweimal täglich vorbeiziehende Ziegenherde hatte höchstens den unteren Rand dem Flem entlang abgeweidet. Den Wald weiter in seinem Urzustand zu belassen, ein „Reservat d’uaul primitiv“ zu schaffen, das hatte die Gemeinde Brigels schon 1909 beschlossen. Dies war vier Jahre vor der Gründung des Schweizer Nationalparks.

Im „Freiluftlaboratorium“ Scatlè können die Forstingenieure und Waldökologen den natürlichen Lebensablauf einer subalpinen Waldung studieren. Selten ist ein Waldstück so oft ausgemessen und dessen Bäume und verrottende Baumleichen so minutiös katalogisiert worden.

Eine Fichte hat eine Lebenserwartung von etwa 500 Jahren. 100 Jahre wissenschaftliche Beobachtungen geben also Einblick in höchstens einen Fünftel einer Waldgeneration. Dafür hat das kleine Stück Urwald in kurzer Zeit doch einigen fleissigen Studenten zur Doktorwürde verholfen!

Audio Guide

Uaul Scatlè

Kontakt

Uaul Scatlè - Fichtenurwald, Brigels

Via Principala 32, 7165 Brigels

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